Frau auf Fensterbank

Wenn das Schlimmste wahr wird.

Als meine erste Schwangerschaft nicht geblieben ist, war ich voller Dunkelheit. Die Trauer über meinen Verlust hat mich lange gelähmt.

Wenn deine Schwangerschaft nicht bleibt.

Wenn der Albtraum eintritt und deine Schwangerschaft still verschwindet oder Du einen Abgang, eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt erleiden musstet, wirst Du und deine Partner / deine Partnerin vor eine übergroße Herausforderung gestellt. Die schrecklichsten aller Gefühle mischen sich und werden dich vielleicht wie ein LKW überfahren. Wenn du einen Partner/eine Partnerin an deiner Seite hast, werdet ihr gemeinsam überrollt.

 

Es tut mir leid, dass Euch das passiert ist. Deine Familie und Freunde wünschen Dir aus ganzem Herzen dass Euch dieser Horror erspart geblieben wäre. Falls es passiert ist, dann wird es im ersten Moment nichts geben, was Eure erstickende Trauer lindert. 

Es ist unmöglich die richtigen Wort zu finden. Falls du ein Schwangerschaftstagebuch hast, dann ist diese Buch eines der Dinge, die dich für immer an diese Zeit, an diese Schwangerschaft, an dieses Baby erinnern werden. Das ist kein Trost, aber es ist auch nicht Nichts. 

 

Du bist nun eine Mum. Denn du und dein Partner habt schon all das getan, was Eltern so tun:

 

Ein kleines Wesen lieben ohne es zu kennen.

Es beschützen, auf Dinge verzichten und die Interessen deines Kindes an deinen eigenen Wünschen nach vorn priorisieren. 

Leider kannst du das Ergebnis nicht liebevoll in den Händen halten. 

Aber das heißt nicht, dass du keine Mutter bist. Schau in den Spiegel. So sieht eine Mami aus.

Jede einzelne, unbeschriebene Seite im Schwangerschaftstagebuch steht für eine Tonne Schmerz, die deine Seele aushalten muss. Jedes Wort, dass du schon geschrieben hast, ist umso wertvoller. Denn jedes Wort war an das Baby gerichtet, was vielleicht noch gar keinen Namen, kein Geschlecht oder kein Kinderzimmer hatte.

 

Aber es hatte eure ganze elterliche Liebe. 

Und das ist das, was alle Babys brauchen.

 

Egal, wie groß sie werden. 

Was tun bei so einem schrecklichen Vorfall?


Hier eine Liste mit Dingen, die uns oder anderen Paaren geholfen haben, sich 0,8 % besser zu fühlen,

und sinnvoller waren, als Löcher in die Luft zu starren.

Erinnerungskiste

Eine schöne Kiste mit den Habseligkeiten, bewahrt die Erinnerungen. Zettel, Fotos, die erste Babykleidung, das Bändchen aus dem Krankenhaus.

Gebt dem Schlimmen einen Namen. 

Gebt "dem Vorfall" einen Namen und lasst ihn einige Male fallen. Ihr werdet sehen, dass Freunde und Familie den Namen übernehmen. Selbst wenn es einfache Begriffe wie „das Schreckliche“ , „der Vorfall“ oder „unser 15. März“ sind, können sie euren Mitmenschen den Umgang etwas erleichtern. Sie wollen nicht „eure Fehlgeburt“ sagen, denn das tut weh. Und die Menschen, die Euch lieben, wollen Euch nicht weh tun.

Benennt das Baby, das Zellhäufchen, das kleine Etwas. 

Gebt eurem Umfeld auch eine Bezeichnung für euren Wurm vor. Es ist schwer für sie euer Kind zu benennen, da sie Euch nicht weh tun wollen. Lasst es einige Male fallen, ihr werdet auch hier sicher feststellen, dass sie es übernehmen. Manche bleiben bei geschlechtsneutralen Worten wie „Stern“ oder „Zwerg“, andere können und wollen 
personalisieren mit schönen Namen wie „unser Prinz“.

ein imaginäres Gespräch

Vielleicht hilft es, ein imaginäres Gespräch mit deinem Baby zu führen. 
Was würde es sagen? Was antwortest Du?

Jahrestag

Soll euer Kleines einen festen Platz im Kalender bekommen? Tragt doch den eigentlichen Entbindungstermin und/oder den Jahrestag ein. Das ist ein Ausdruck davon, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Möchtet ihr es vergessen, weil es Euch damit besser geht, ist das auch völlig in Ordnung.

Reden, reden, reden.

Hat jemand von Euch beiden Schuldgefühle? Redet unbedingt immer wieder darüber. Lest gemeinsam nach, macht euch gegenseitig stark. Reden, reden, reden.

Glaube und Religion

Bist du religiös? Einige finden hierin Trost. Unsere liebste Tröstung kam von meiner kleinen Nichte Emily, die eine Karte gemalt hat. Da war ein Baby im Himmel zu sehen und sie hat dazu gesagt „Euer Baby ist im Himmel, und es kann jetzt laufen. Gott hat es ihm gelernt.“ Wir haben uns die Augen aus dem Kopf geweint, denn dieses kleine Mädchen hat uns so viel Trost gespendet durch diesen lieben Gedanken.

Tabuthema oder drüber reden?

Eure engsten Freunde und die Familie akzeptiert es, wenn ihr das Thema vorerst als Tabuthema erklärt. Ebenso halten sie es aus, wenn ihr einfach stundenlang über jedes Detail sprechen möchtet. Was ihr wollt, geht vor.
Fordert es ein.

Bewusst von Mutter Natur?

Vielleicht tröstet Euch die Vorstellung ein ganz klein wenig, dass Mutter Natur ganz bewusst entschieden hat, dieses Leben wieder gehen zu lassen, da es vielleicht nicht gesund genug war, um ein ganzer Mensch zu werden.